Tafelwein

Gesetzliche Mindestanforderung 44° Oechsle, etwas darüber Landwein 47° Oechsle Geerntet wurden Trauben dieser minderen Qualität schon Jahrzehnte nicht mehr von uns, die Mindestmostgewichte bewegen sich in jedem Jahr im guten Qualitätsweinbereich. Somit gibt es in Deutschland also 100 % Qualitätswein! (nach dem Gesetz) leider nicht nach dem Geschmack! Es fehlt uns also der solide Unterbau anderer Weinbauländer, die gute unkomplizierte Tafelweine haben und nur das Beste als Qualitätswein anbieten. Wie kommt es aber, das gerade gute Weingüter Tafelweine anbieten, obwohl die Oechslegrade sogar im hohen Prädikatsweinbereich lagen? Das hat mit der amtlichen Weinprüfstelle zu tun.
Außer Tafelwein muss jeder Wein bei dieser Prüfstelle zwecks Erteilung der amtlichen Prüfnummer vorgestellt werden. So wurde kürzlich in der "Winzerbörse" festgestellt, dass Deutschland in der Önologie schon lange nicht mehr innovativ agiert, sondern sich vorrangig auf die Umsetzung von Impulsen von außen beschränkt... daraus resultiert ein allgemeiner Verzögerungseffekt. (Anm. von mir: der Jahrzehnte dauern kann!) Die Weinprüfstelle maßt sich an, außer ihrer eigentlichen Aufgabe, für den Verbraucher unzumutbare Weine abzulehnen, ein Geschmacksprofil zu zementieren. Hätte es diese Behörde bereits im Mittelalter gegeben, wir müssten jetzt noch den „edlen, gelben Firnewein“ trinken.
Daher können deutsche Weinproduzenten weder neue Weinstile kreieren, nicht einmal schon vom Verbraucher akzeptierte Weintypen nachmachen. Bis die Prüfstelle merkte, dass Barrique-Weine „in“ waren und akzeptierte, vergingen 15 Jahre und jetzt ist der Boom leider vorbei.
Um also überhaupt etwas experimentieren zu können und den Anschluss an den internationalen Geschmack nicht völlig zu verlieren, stuft man solche Weine als Tafelwein ab. Für Weinkenner die sich auskennen, ein akzeptiertes Verfahren.

 

Qualitätswein

Gesetzliche Mindestanforderung 60° Öchsle ebenso gehören dazu, Classic und Hochgewächs, die bei der Weinprüfstelle eine höhere Punktzahl benötigen, und auch höhere Mostgewichte. Ohne Bedeutung sind QGU (Qualitätswein garantierten Ursprungs) und „Moseltahler“( ich sah noch nie eine Flasche im Angebot).
Der Qualitätswein ist der süffige Schoppenwein, der Top- Trockene, für den wir nur Vorlaufmost verwenden und er ist immer angereichert (der Alkoholgehalt wird erhöht), ein in allen Weinbauländern angewandtes Verfahren mit unterschiedlichen Methoden. Zuletzt der sechste! Qualitätswein, und sicher nicht der Letzte: die Selektion, ein Weintyp den Sie bei uns niemals finden werden.

 

Selektion

Gesetzliche Mindestanforderung 88° Öchsle, Hektarertrag an Wein 60 hl, Handlese, Restzuckergehalt beim Riesling (nur diese Rebe ist an der Mosel zugelassen) 12 g/l, keine Geschmacksangabe trocken, wie beim Classic auch. Die Parzelle, in der Selektion geerntet wird muß bis zum 1. Mai eines jeden Jahres angemeldet werden, und die Landwirtschaftskammer stellt ein Schild mit Namen, Zweck etc. in der Parzelle auf. Der Wein darf frühestens ab dem auf die Ernte folgenden 1. Mai zur Prüfstelle angestellt werden, und erst am folgenden 1. September in den Verkauf kommen. Auf das Mindestmostgewicht von 88° darf, oder soll, das ist ja der Sinn der Selektion die volle Anreichreicherungsspanne von 28 g/l angewendet werden, deshalb gehört er zu den Qualitätseinen. Es entstehen so Weine, da ja fast keine Restsüße erlaubt ist von 15-16 % Vol. Man will so den aufkonzentrierten Weinen aus Übersee Paroli bieten. So weit so gut!
Doch jetzt regt sich der Wunsch in den süddeutschen Anbaugebieten, für die, wie im Ausland auch, Alkohol Qualität ist, bei der zukünftigen Lagenklassifizierung die Selektion als oberste Qualitätsstufe einzuführen. Ein Qualitätswein, zwar mit denselben Anforderungen wie für Auslese, soll über den naturreinen edelsüßen Auslesen angesiedelt werden. Und der deutsche Spitzenwein wäre dann ein trockener Wein! Der weltberühmte Deutsche Wein ist doch der unnachahmliche mineralisch fruchtige edelsüße Wein aus den nördlichen Anbaugebieten! Als Konsequenz ist der VDP Mosel bereits aus diesem Arbeitskreis ausgetreten, ich bin gespannt, wie sich der Bernkasteler-Ring bei seiner Sitzung am 19.3.2003 verhält.

 

Kabinett

gesetzliche Mindestanforderung 73° Oechsle seit 2002 die leichte mineralische Art des Kabinetts ist der klassische Moselwein schlechthin. Er ist trocken der wahre Begleiter für Schalentiere und halbtrocken und mit „dienender“ Süße ein Zechwein, der in Bekömmlichkeit und Frische jedem anderen Wein weltweit überlegen ist. Deshalb ist bei uns auch mit knapp über 80° Öchsle „schluß“ denn ein fetter oder gar botryties geprägter Wein ist für uns kein Kabinett. Er muß mineralisch und „leicht“ sein!
Man sagt an der Mosel, mit einem guten Kabinett kann man sich nüchtern trinken!

 

Spätlese

Bisher nur gesetzliche Anforderung 76° Öchsle Zitat der Politiker damals: „wir brauchen die Konsumspätlese“ Jetzt 80° Gute Spätlesen sollten 85-90° haben, die letzten Weinjahre ermöglichten uns Spätlesen um die 90° anzubieten, und an alte Zeiten anzuknüpfen als Spätlesen dieses Niveau hatten, und Auslesen gleichgestellt waren oder sogar als überlegen galten, denn es war eine späte Lese gesetzlich vorgeschrieben!
Es sind ideale Weine zu Geflügel, Fisch und Vorspeisen. Die edelsüßen Spätlesen ein Hochgenuß in geselliger Runde.

 

Auslesen und „Sterne Auslesen“

Etikett einer 3-Sterne-Auslese

Auslesen haben seit 2002 ein Mindestmostgewicht von 88° Oechsle. Keine Prädikatssstufe bietet eine größere Qualitätsbreite, sie geht bis in den Beerenauslesebereich von über 110° hinein. Deshalb mußte hier nochmals eine Unterteilung gefunden werden. Wir machen das, und viele im Berkasteler-Ring ebenso, mit der Unterscheidung in 1,2 und 3 Sterne.
Dies ist eine interne Regelung. Die vormals gesetzlichen Bezeichnungen feine, und hochfeine Auslese wurden abgeschafft.
Die ** und*** Sterne Auslesen werden durch extremes selektieren und wenn die Witterung es erlaubt, sehr späte Lese erzeugt. Meist werden nur kleine Mengen geerntet!
In Verbindung mit den Spitzenlagen ergeben dies unvergleichliche Weine und zählen zu den edelsüßen Raritäten weltweit.
Wir bieten diese Weine auch trocken an!

 

Eiswein

Eine Spezialiät vorwiegend aus Deutschland und Österreich, aber auch in Kanada! werden diese Weine geerntet.
Die gefrorenen Trauben, bei ca. minus 8°, werden gekeltert, es bleibt der Wassergehalt auf der Presse, und nur der konzentrierte Traubenmost fließt ab und wird vergoren.
Das Mindestmostgewicht liegt bei 110° Oechsle wird aber meistens erheblich überschritten, was mit der Stärke des Gefrierungsgrades zusammenhängt.
Da es sich bereits vor dem Frost um erstklassige Riesling Auslesen handelt, ist ein Eiswein an der Mittelmosel ein Feuerwerk an Fruchtaromen und Säuren, was für die Risiken des „Hängenlassens“ und die kleine Menge entschädigt.

 

Beerenauslesen und Trockenbeerenauslesen

Beerenauslese mind. 110° Trockenbeerenauslesen mind. 150° werden durch Selektion edelfauler Beeren aufwendig in den Steillagen „herausgepickt“, ein Vorgang der sich durch die ganze Ernte zieht und ein immenser Aufwand ist.
Es sind Weine von unendlicher Haltbarkeit und Genußwert. Unsere Edelweine werden in den besten Restaurants weltweit gereicht, zu Pasteten und Roquefort aber auch zum Dessert.
Aus „Die Neuesten Rezepte Schweizer Spitzenköche WEK Verlag Zürich:

Ein köstlicher Pendant zum delikaten Dessert mit Bananeneis und Ananas.

Alle vorgenannten Beschreibungen beziehen sich auf die Rebsorte Riesling.

 

Spätburgunder (Pinot-Noir)

Etikett eines Spätburgunders von 1998, mittlerweile eine Rarität!

Bereits seit 1987 wird in unserem Weingut die Rebsorte Spätburgunder angebaut.
Die Rotweine werden grundsätzlich als Qualitätswein ausgebaut, auch wenn die Öchslegrade im Auslesebereich liegen!
Wir praktizieren die traditionelle offene Maischegärung. Für den Spätburgunder immer noch das optimale, aber aufwendigste Verfahren. Der extrem hohe Anteil niedermolekularer Tanninen dieser Rebsorte, die Bitterstoffe extrahieren, kann so am besten begegnet werden.
Die Weine werden im Holzfaß ausgebaut, dem neuen Trend nach fruchtbetonten Rotweinen folgend, nur noch mit einen „Anklang“ von Barrique, oder ausschließlich im traditionellen Eichenholz Fuderfass.
Da wir eine der längsten Erfahrungen im Spätburgunder Anbau haben gelingen uns trotz ihrer Jugend schon große Rotweine.

 

Dornfelder und Regent

Neu angebaut wurden diese beiden Rotweinsorten, so dass noch keine Erfahrungswerte vorliegen. Wir versprechen uns jedoch von der umweltschonend anzubauenden Regent, und ihrem mediterranen Geschmack mehr wie von der Modesorte Dornfelder. Demnächst mehr zu diesen Rebsorten.

 

Sekt Riesling und Spätburgunder Rosé

Als einer der ersten Weingüter überhaupt bieten wir Sekt seit 1974 an.
Zunächst im traditionellen Flaschengärverfahren, später im Transversierverfahren.
Denn es stellte sich heraus, das die Weinqualität 99% des Sektes ausmacht, und das Handrütteln eine untergeortnete Rolle spielt.(Die Sektmanufakturen sehen das zwar anders) Wir verwenden nur sogenannten Pulpsaft, also nur Most der ohne zu pressen abläuft.
Dies garantiert Bekömmlichkeit, feines Mousseux und Geschmack.

 

Quellennachweis

Winzerbörse 03
Vinobel Aventis 1/2000
Weinwirtschat 02
Informationsblatt Landwirtschaftskammer Bad Kreuznach, Burgenlandstr. 7
VO (EG) Nr. 1640/2000 vom 25.7. 2000 geändert 2002
Facharbeit Sarah Gessinger
WEK-Verlag Zürich
DWZ November 99